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Ersti-Woche 2026: 12 Kennenlernspiele für den Semesterstart
Das Wintersemester 2026/27 beginnt am 1. Oktober, die Vorlesungen starten an den meisten Hochschulen um den 12. Oktober herum, und dazwischen liegt die Woche, die für viele über das ganze erste Studienjahr entscheidet: die Ersti-Woche. Wer in diesen sieben Tagen niemanden kennenlernt, sitzt im November allein in der Bibliothek. Wer es schafft, hat eine Lerngruppe, eine WG-Zusage und drei Leute, mit denen er Silvester verbringt.
Das Problem: Kennenlernen lässt sich nicht anordnen. Was funktioniert, sind Situationen, in denen Reden nebenbei passiert – und genau dafür gibt es Spiele. Hier sind zwölf, die auch mit dreißig Fremden im Seminarraum oder mit acht Leuten in einer WG-Küche funktionieren.

Die Termine zum Semesterstart 2026/27
- Semesterbeginn: 1. Oktober 2026
- Vorlesungszeit: meist ab 12. Oktober 2026 bis Anfang Februar 2027
- Orientierungswochen: an den meisten Hochschulen in der ersten Oktoberhälfte, vereinzelt schon ab dem 1. Oktober
- Weihnachtsunterbrechung: rund um den 19. Dezember 2026 bis 2. Januar 2027
Die genauen Termine legt jede Hochschule selbst fest – ein Blick in den eigenen Semesterkalender lohnt sich, gerade wenn die Fachschaft eigene Ersti-Fahrten oder Kennenlernabende plant.
Warum die ersten zwei Wochen so viel ausmachen
Es gibt einen simplen Grund, warum Ersti-Wochen so intensiv sind: Am ersten Tag sind alle im selben Zustand. Niemand kennt jemanden, niemand hat eine Gruppe, alle sind gleich unsicher. Das ist der einzige Moment im ganzen Studium, in dem man wildfremde Leute ansprechen kann, ohne dass es seltsam wirkt.
Nach zwei bis drei Wochen ist dieses Fenster zu. Gruppen haben sich gebildet, Sitzplätze im Hörsaal sind vergeben, WhatsApp-Gruppen sind gegründet. Danach dazuzukommen ist möglich, aber deutlich mühsamer.
Das gilt übrigens nicht nur für Erstsemester. Auch wer neu in eine WG zieht, ein Auslandssemester beginnt oder in einem neuen Kurs sitzt, hat dasselbe Zeitfenster.
Was ein gutes Kennenlernspiel können muss
Die meisten Kennenlernspiele scheitern an denselben drei Punkten. Was ein Spiel für die Ersti-Woche mitbringen muss:
- Niemand muss sich exponieren. Ein Spiel, bei dem jemand allein vor der Gruppe stehen und etwas vorführen muss, ist kein Kennenlernspiel, sondern eine Prüfung. Wer schüchtern ist, steigt sofort aus.
- Keine Trinkpflicht. Alkohol als Eintrittskarte schließt einen erheblichen Teil der Gruppe aus – aus religiösen, gesundheitlichen oder schlicht persönlichen Gründen. Jedes Spiel hier funktioniert auch ohne.
- Ein Gesprächsanlass, kein Selbstzweck. Das Ziel ist nicht, das Spiel zu gewinnen. Das Ziel ist, dass danach zwei Leute weiterreden.
- Ohne Material spielbar. In der Ersti-Woche hat niemand ein Spielebrett dabei. Was auf dem Smartphone oder mit Zetteln läuft, wird gespielt.
12 Kennenlernspiele für die Ersti-Woche
Für große Gruppen (ab 15 Personen)
1. Zwei Wahrheiten, eine Lüge
Der Klassiker, und aus gutem Grund. Jeder nennt drei Aussagen über sich, eine davon erfunden. Die Gruppe rät. Funktioniert im Seminarraum, im Zug zur Ersti-Fahrt und in der Warteschlange vor der Mensa. Vorteil: Man erfährt drei Dinge über eine Person statt nur den Namen.
2. Menschen-Bingo
Ein Zettel mit 16 Feldern: „war schon mal in Japan", „spielt ein Instrument", „hat Geschwister", „hasst Koriander". Alle laufen herum und suchen Personen, auf die eine Aussage zutrifft. Wer eine Reihe voll hat, ruft Bingo. Erzeugt in zehn Minuten mehr Erstkontakte als eine ganze Vorlesung.
3. Die Namenskette
Reihum sagt jeder seinen Namen plus die Namen aller Vorgänger. Klingt nach Kindergeburtstag, ist aber das einzige Spiel, nach dem man tatsächlich Namen behält. Bis 20 Personen machbar.
4. Aufstellen nach Kriterien
Die Gruppe sortiert sich wortlos nach Geburtsdatum, Entfernung des Heimatorts oder Schuhgröße. Alle müssen miteinander kommunizieren, ohne zu sprechen. Dauert fünf Minuten und bricht jedes Eis.
Für mittlere Runden (6 bis 12 Personen)
5. QuizPoker
Das Spiel für den ersten WG-Abend. Bei QuizPoker bekommt ihr Schätzfragen, auf die niemand die exakte Antwort weiß – wie viele Studierende an deutschen Hochschulen eingeschrieben sind, wie tief der tiefste See Europas ist, wie viele Tassen Kaffee pro Kopf und Jahr getrunken werden. Jeder trägt eine Zahl ein, dann wird gesetzt.
Pro Frage gibt es vier Setzrunden – nach der Frage, nach dem ersten Hinweis, nach dem zweiten Hinweis und im Finale nach der Auflösung. In jeder Runde könnt ihr checken, setzen, erhöhen oder aussteigen. Wer am nächsten an der Zahl liegt oder alle anderen zum Aussteigen bringt, nimmt den Pot.
Warum das als Kennenlernspiel funktioniert: Es gibt keine Wissensbarriere. Niemand blamiert sich, weil alle daneben liegen. Und man lernt in zwanzig Minuten sehr genau, wer in der Runde vorsichtig ist, wer zockt und wer mit ernstem Gesicht Unsinn erzählt. Das ist mehr Information über einen Menschen als jede Vorstellungsrunde.
Gespielt wird mit 2 bis 10 Personen, jeder auf dem eigenen Smartphone – es braucht also nichts, was nicht ohnehin da ist. Über 400 Schätzfragen in 18 Kategorien sind hinterlegt. Drei Fragen gratis. Danach unbegrenzt.
6. Ich hab noch nie
Reihum sagt jemand einen Satz, der mit „Ich hab noch nie" beginnt. Wer es doch getan hat, meldet sich – oder trinkt einen Schluck, wenn die Runde das so will. Wichtig: Wasser zählt genauso. Das Spiel lebt von den Reaktionen, nicht vom Alkohol.
7. Die Frage-Runde
Ein Stapel Zettel mit Fragen: „Was war dein schlimmster Nebenjob?", „Welches Fach hättest du fast studiert?", „Was ist das Merkwürdigste in deinem Kühlschrank?" Jeder zieht und beantwortet. Dauert so lange, wie ihr wollt, und ist der niedrigschwelligste Einstieg überhaupt.
8. Tabu ohne Karten
Jemand denkt sich einen Begriff aus und flüstert ihn dem Nachbarn zu. Der erklärt ihn, ohne das Wort selbst zu benutzen. Kein Material, keine Vorbereitung, funktioniert in jeder Sprachkombination – ein Vorteil in internationalen Studiengängen.
9. Werwölfe
Ab acht Leuten das beste Spiel für einen langen Abend. Rollen auf Zettel schreiben reicht, ein Kartenset braucht ihr nicht. Der Nachteil bleibt: Ausgeschiedene schauen zu. Deshalb eher spät am Abend, wenn ohnehin schon geredet wird.
Für kleine Runden (2 bis 5 Personen)
10. Der Küchen-Rundgang
Kein Spiel im engeren Sinn, aber das wirksamste WG-Kennenlernen: Jeder zeigt ein Ding aus dem eigenen Zimmer und erzählt in zwei Sätzen, warum es mitgezogen ist. Funktioniert am ersten Abend in einer neuen WG besser als jedes Brettspiel.
11. Stadt, Land, Fluss mit eigenen Kategorien
Kategorien austauschen macht den Unterschied: „Ausrede fürs Fehlen", „Mensa-Gericht", „Serie, die man zugeben sollte". Braucht nur Zettel und Stifte.
12. Kochen als Spiel
Zwei Teams, dasselbe Budget, dieselbe Zeit, ein Gericht. Die WG-Küche ist ohnehin der Ort, an dem im ersten Semester die meisten Freundschaften entstehen. Ein Wettbewerb daraus zu machen, beschleunigt es nur.

Ablaufplan für den ersten WG-Abend
Der klassische Fehler beim ersten Abend: zu viel Programm. Was funktioniert:
- 19:00 – Ankommen, jemand kocht, alle stehen in der Küche
- 20:00 – Essen, dabei die Frage-Runde nebenbei
- 21:00 – Erste echte Spielrunde: QuizPoker oder Tabu
- 22:30 – Werwölfe, wenn genug Leute da sind
- ab 24:00 – Kleine Runde, Musik, reden
Der wichtigste Punkt ist der um 21:00 Uhr. Nach dem Essen entsteht eine Lücke, in der die Gruppe entweder in ein Gespräch kippt oder in Handybildschirme. Ein Spiel, das alle am Tisch hält, entscheidet, welche der beiden Richtungen es wird.
Was ihr besser lasst
- Niemanden zum Mitspielen zwingen. Wer zuschauen will, schaut zu. Nach zwanzig Minuten steigen die meisten von selbst ein.
- Keine Spiele, die auf Peinlichkeit setzen. In Woche eins kennt sich niemand gut genug, um über sich selbst zu lachen. Das kommt später.
- Keine Trinkspiele als einziges Angebot. Ein Abend, an dem nur getrunken wird, filtert die Gruppe – und zwar nach dem falschen Kriterium.
- Kein Spiel über 45 Minuten beim ersten Treffen. Wer nach einer Stunde noch Regeln lernt, geht.
Budget: Was ein Ersti-Abend kosten darf
Im ersten Semester ist Geld knapp, und das ist der Grund, warum viele Kennenlernabende gar nicht erst stattfinden. Dabei kostet ein guter Abend fast nichts:
- Jeder bringt etwas mit. Nicht „bring was mit", sondern konkret verteilt: einer Brot, einer Aufstrich, einer Getränke. Sonst stehen am Ende fünf Tüten Chips auf dem Tisch.
- Nudeln für acht Leute kosten weniger als zwei Bier in der Kneipe. Kochen ist der billigste Programmpunkt, den es gibt – und gleichzeitig der beste.
- Spiele, die niemand kaufen muss. Alles in dieser Liste läuft mit Zetteln, Stiften oder dem Handy, das ohnehin in der Tasche steckt.
- Keine Eintrittsgelder, keine Umlagen. Sobald jemand am ersten Abend Geld einsammelt, kommen einige nicht wieder.
Für internationale Studiengänge
In Studiengängen mit vielen internationalen Studierenden fallen alle Spiele weg, die auf Sprachwitz oder Landeskenntnis setzen. Was trotzdem funktioniert: Menschen-Bingo, Aufstellen nach Kriterien, Zwei Wahrheiten eine Lüge – und Schätzfragen. Zahlen sind sprachneutral, und wer Deutsch gerade erst lernt, ist beim Raten genauso gut wie alle anderen. Das ist einer der wenigen Momente, in denen die Sprachbarriere komplett verschwindet.
Für WGs: Ein Abend im Monat schlägt zehn spontane
Der wirksamste Trick für eine WG, die sich tatsächlich mag: ein fester Termin. Der erste Donnerstag im Monat, immer, egal wer kann. Wer da ist, ist da. Nach drei Monaten ist es Routine, nach einem Jahr ist es das, was die WG zusammenhält.
Mehr dazu haben wir im Beitrag WG-Abend Ideen gesammelt.
Fazit
Die Ersti-Woche entscheidet nicht über die Noten, aber über fast alles andere. Zwölf Spiele braucht ihr nicht – zwei reichen. Eines für große Gruppen, eines für den Abend danach in kleiner Runde.
Wenn ihr eines mitnehmt: Nehmt ein Spiel, bei dem Nichtwissen kein Nachteil ist. Genau darum geht es bei QuizPoker – niemand kennt die Antwort, alle raten, und gewinnen kann auch der, der einfach nur mutig setzt. Für eine Runde, in der sich niemand kennt, ist das die beste Ausgangslage, die es gibt.
Noch mehr Ideen für die ersten Wochen findet ihr auf unserer Spieleabend-Seite.
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